K. H. Hödicke

 

 

 

Sonnenblumen

Eröffnung am 7. Juli 2021 ab 14 Uhr am Odeonsplatz 16

K. H. Hödicke

K. H. Hödicke,
die Fenster Richtung Westen, 1980 
Polyesterharz auf Leinwand 
80 × 100 cm 
© K. H. Hödicke, KÖNIG GALERIE Berlin, London, Seoul

Foto Roman März 

 

Im Fokus von K. H. Hödickes erster Einzelausstellung hier in der Galerie Florian Sundheimer stehen drei großformatige Sonnenblumenbilder, die zu Beginn der 1990er-Jahre entstanden sind. 
Gleich einem überschäumenden Blumenmeer scheint der Betrachter in diese sommerliche Frische einzutauchen. Der Unbeschwertheit zum Trotz klingt in der ungestümen Malerei und in den glühenden Farben auch etwas Rebellisches an, das jenseits lieblicher Sommerblumen mit Blick auf München einem großen Maler-Virtuosen seine Referenz erweist.

K. H. Hödicke (geboren 1938 in Nürnberg), der in der bayerischen Landeshauptstadt seine Kindheit und Jugend verbrachte, huldigt in seiner Suite van Goghs enigmatischem Sonnenblumenbild in der Neuen Pinakothek. Wie der Farbenrausch des Blauen Reiters zählt dieses Bild in seiner malerischen Ungezwungenheit zu den Münchner Inkunabeln der Moderne, die bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.
Seine heitere Reminiszenz auf van Goghs »Sonnenblumen« gewinnt an Tiefsinn blickt man auf die zeitlich früher entstandenen Bilder »Wo ist die Pfeife« von 1975 und »Dunkel ist die Nacht« von 1989 zurück. Hödicke spielt hier einerseits mit dem monumental ins Bild gesetzten Möbel und dem fragenden Bildtitel auf van Goghs berühmtes Gemälde des eigenen Atelierstuhls an. Der leere Stuhl bezeugt van Goghs kurze unbeschwerte Zeit in Arles und nimmt zugleich das Scheitern der erhofften Malergemeinschaft mit Gauguin vorweg. Er avanciert hier zum Topos des in die Welt geworfenen modernen Malers. In der Zusammenschau mit Hödickes radikal abstraktem Tableau »Dunkel ist die Nacht« könnte man meinen, dass damit die emotionale Untiefe dieses modernen Künstlerdramas greifbarer wäre, würden Hödickes Paraphrasen selbst sich nicht der eindeutigen Lesbarkeit entziehen. Schlussendlich sind die Gemälde für sich betrachtet Höhepunkte im Werklauf des Berliner Malers.

K. H. Hödicke lässt es sich aber nicht nehmen, auf dem Münchner Galerieparkett auch auf die beschwingte Schaffenslust seines berühmten Künstlerkollegen anzuspielen. Gegenüber Hödickes »wilder« Malerei – um das vielzitierte Gütesiegel zu bemühen – hängen auf der zweiten Längswand der Galerie kleinformatige Trouvaillen, die in einer Art schnellläufiger Kamerafahrt vielfältige Einblicke in seine sinnlich überbordende Bildwelt geben. Über die Jahrzehnte und Sujets hinweg besticht K. H. Hödicke hier mit seinem malerischen Facettenreichtum und bestätigt einmal mehr, dass er auch das feinstimmige Kammerspiel mit Bravour beherrscht. Man kommt nicht umhin, als Betrachter im Schauen festzustellen, dass derselbe Künstler hier unterschiedliche Modi und Sujets anschlägt, die vielstimmig das Phänomen der Farbe als Farbe jenseits eines Motivs in den Vordergrund treten lassen. Man gewinnt geradezu den Eindruck, als würden unterschiedlichste Maler sich hier einen spielerischen Wettstreit liefern.

K. H. Hödicke übersetzt mit der Ausstellung »Sonnenblumen« nicht allein ein einzelnes Meisterwerk der Münchner Museumskultur in seine eigene Bildwelt. Vielmehr lädt er den Betrachter dazu ein, neue Blickpunkte auf ein einzelnes stadtbekanntes Bild einzunehmen und die Malerei von ihrer Grundidee her als intellektuelle Abstraktionsleistung in Form von Geste und Farbe sinnlich zu erleben.

 

Öffnungszeiten im Juli:
Mi-Fr 14-18.30 Uhr
Sa 11-14 Uhr
und nach Vereinbarung
Im August ist die Galerie geschlossen.

 

 

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